Streidlalm

Die Geschichte des Streidlhofs (seit 1593)

Der Hof wurde im Jahre 1593 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.
Dann verliert sich kurz die Spur.

Der nächste Eintrag im Familienstammbuch ist um 1615 datiert, als der erste Christl (Hannes) seine Frau Anna heiratete. Ab diesem Zeitpunkt wurde das Stammbuch lückenlos weitergeführt un der Hof immer an einen leiblichen Nachkommen, zumeist den erstgeborenen Sohn, übergeben.

Nur im Jahr 1870 übergab der letzte Spross der Christl-Familie, nämlich Kaspar Christl *1796, gest. 1877 in Ermangelung eigener Kinder den Hof an seine Schwester-Tochter Maria *1834, geb. Brandhofer. Diese war bei de Hofübernahme bereits verwitwet und trug den Namen ihres verstorbenen Ehemannes: Wohlmuth. Von da an hatte sich der Familienname geändert, aber der Hofname Streidl blieb bestehen.

22 Jahre bewirtschaftete Maria Wohlmuth mit ihren acht Kindern den Streidlhof, ehe sie diesen im Jahr 1892 an ihren erstgeborenen Sohn Anton *1859 übergab. (Siehe Bild rechts, Anton mit 35 Jahren). Anton, ein außergewöhnlicher Charakter, wurde vom Leben nicht verwöhnt. In jungen Jahren musste er den Tod seines Vaters verkraften, als Ehemann verlor er beide Frauen nach zehn und 14 Jahren Ehe, als Vater trug er fünf seiner acht Kinder zu Grabe. So war es ihm auch nicht möglich, den Hof an seinen erstgeborenen Sohn Anton *1898 weiterzugeben; dieser fiel im ersten Weltkrieg im Jahre 1915.

Da der zweite Sohn Nikolaus *1897 zeitlebens als zurückgeblieben galt, übernahm der drittgeborene Sohn Josef *1898 den Hof im Jahr 1920. In seine Bauernzeit fiel die Neuerrichtung des Stalles (1937) un auch der Neubau des Wohnhauses (1955).

1961 wurde der Hof an Sohn Josef *1930 übergeben. Er und seine Frau Agnes *1933 trieben den „Fremdenverkehr“ voran und erbauten ein Austragshaus sowie eine Gaststätte. Da in dieser Familie der erstgeborene Sohn Anton *1961 auf die Hofnachfolge verzichtete, ging das Anwesen am 1. Januar 1993 an den zweitgeborenen Sohn Josef *1964 und seine Frau Agnes *1970 über; dies sind die jetzigen Hofbesitzer.

Schnell wird deutlich: Die „Gute Alte Zeit“ war nicht immer wirklich gut. Und es ist nicht nur unser Verdienst, dass der Steidlhof noch heute ein stattliches Anwesen ist: Hierfür bedurfte es über Generation hinweg fleißiger Bauersleute, die mit Herz und Verstand arbeiteten und immer wieder ihren Blick in die Zukunft richteten.

Auch wir werden diesen Hof so weiterführen und an die nächste Generation übergeben: Gegenüber der Moderne aufgeschlossen und der Tradition verbunden.

Impressionen

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